Kanton Luzern steckt kein Geld in Kollekte für Schweizergarde


News Redaktion
Regional / 25.09.22 12:54

Der Kanton Luzern unterstützt den Bau der neuen Kaserne der Schweizergarde im Vatikan nicht. Die Stimmberechtigten lehnen den von Freidenkern, SP, Grünen und Grünliberalen bekämpften Kredit über 400'000 Franken ab.

Die Schweizergarde im Vatikan muss ihre neue Kaserne ohne Geld aus Luzern bauen. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA ANSA/RICCARDO ANTIMIANI)
Die Schweizergarde im Vatikan muss ihre neue Kaserne ohne Geld aus Luzern bauen. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA ANSA/RICCARDO ANTIMIANI)

Nach Auszählung von 72 der 80 Luzerner Gemeinden ist das Resultat klar: Nur 29,6 Prozent der Stimmenden legten bislang ein Ja in die Urne. Die Stimmen der eher linken Stadt Luzern fehlen dabei noch.

Die Schweizergarde im Vatikan soll eine neue Kaserne erhalten. Der Neubau, der rund 50 Millionen Franken kosten soll, wird indes nicht vom Kirchenstaat gebaut, sondern von einer privaten Schweizer Stiftung. Der Vatikan leistet, wie auch die Eidgenossenschaft und verschiedene Kantone, einen finanziellen Beitrag an das Projekt.

Im Kanton Luzern, wo seit Jahrhunderten enge Bindungen zur Garde bestehen, stiess die vom Kantonsrat genehmigte Spende von 400'000 Franken auf Kritik. Freidenker sowie Mitglieder der SP, der Grünen und der Grünliberalen ergriffen das Referendum.

Überraschend war die Mehrheit der Stimmenden gegen die "Vatikan-Spende". Ihrer Meinung nach geht es nicht an, dass der Kanton Luzern nach vielen Jahren des Sparens einen Bau mitfinanziert, den der vermögende Kirchenstaat selbst zahlen könnte. Auch die konservative Politik des Vatikans gegenüber der Homosexualität und Abtreibungen sowie die vielen Austritte aus der katholischen Kirche dürften zum Nein beigetragen haben.

Die Argumente der grossen bürgerlichen Parteien und des Regierungsrats überzeugten die Stimmberechtigten somit nicht. Die Befürworter hatten erklärt, es gehe bei der Unterstützung des Kasernenneubaus nicht um Religion, sondern Tradition. Die Schweizer Garde trage zum Ansehen der Schweiz bei und stehe für Schweizer Tugenden wie Sicherheit, Loyalität und Verlässlichkeit.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger gestorben
International

Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger gestorben

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 93 Jahren in München, wie der Suhrkamp Verlag in Berlin am Freitag unter Berufung auf die Familie mitteilte.

Zwei Unentschieden in der Challenge League
Sport

Zwei Unentschieden in der Challenge League

Der Spitzenkampf in der Challenge League zwischen Wil und Stade Lausanne-Ouchy endet 0:0. Auch im zweiten Spiel der 18. Runde vom Samstag zwischen Thun und Vaduz gibt es ein Unentschieden - 1:1.

Überzeit mit Ansage, eine Torpremiere und Patzer ohne Folgen
Sport

Überzeit mit Ansage, eine Torpremiere und Patzer ohne Folgen

24 Stunden nach dem 3:1 bei Leader Servette verpasst es Bern nachzulegen und verliert auch sein zweites Heimspiel unter dem neuen Trainer Toni Söderholm. Das sind die Fakten der Spiele vom Samstag.

Präsidentin: Substanzlose Beschwerden beim Presserat nehmen zu
Wirtschaft

Präsidentin: Substanzlose Beschwerden beim Presserat nehmen zu

In den letzten Jahren haben substanzlose Beschwerden beim Schweizer Presserat zugenommen. Bei diesen gehe es nur um Proteste gegen den Inhalt eines Artikels oder darum, ein unliebsames Medium mit Beschwerden einzudecken, sagte Presseratspräsidentin Susan Boos.